Sonntag, 18. September 2016

Die Stadt der Blinden - Saramago

Die Stadt der Blinden (im portugiesischen Originaltitel "Ensaio sobre a cegueira", wörtlich „Essay über die Blindheit“) ist ein Roman von José Saramago, der 1995 erschien.

Ein Mann steht an einer roten Ampel und wartet auf Grün, doch plötzlich ist er blind. Sein Augenarzt steht vor einem Rätsel. Noch am gleichen Abend erblindet auch er. Wie eine gefährliche Seuche greift die Blindheit um sich. Der Staat reagiert hilflos und sperrt die Blinden in eine leerstehende Irrenanstalt. Schon bald sind die Zustände in dem Haus katastrophal. Zunehmend sind die Insassen dem Terror ihrer Bewacher ausgesetzt. Unter ihnen ist auch der Arzt mit seiner Frau. Sie ist die einzige Sehende..



Ich hatte in einem italienischen Blog über dieses Buch gelesen und hatte es in meiner Leseliste hinzugefügt. Der Tag danach bin ich mit meinem Freund in den Öffentlichen Bücherschrank gegangen und da das Buch gefunden. *-* Als es auf mich die ganze Zeit warten würde! 

Normalerweise mag ich einen hohen Stapel von Bücher zu haben, so dass, wenn ich ein Buch zu Ende gelesen habe, habe ich eine große Auswahl für die nächste Lektüre. Die Stadt der Blinden hat es sehr schnell auf dem Gipfel des Bücherstapel geschafft, denn die Neugier so groß war. Wie der Titel schon sagt, ist die Blindheit das zentrale Thema dieses Buches. Es ist aber die Art und Weise, wie die Blindheit sich verbreitet, die die von Saramago entworfener Welt zu einer echten Vergessenheit macht. Die Blindheit wird zur Seuche, die die ganze Stadt (oder sogar die Welt?) verschluckt.

Die Tatsache, dass diese Seuche sich viral verbreitet, öffnet das Szenario zu einer apokalyptischen Welt, aber nicht die übliche Umwelt, die durch Kriege, Bomben oder was auch immer ihr bereits gesehen oder gelesen habt, verwüstet wurde. Es ist etwas Krankhaftes und ist etwas, das tief in euren Bewusstsein gräbt. Auf einem anderen Buch (Il filosofo tascabile) fand ich eine interessante Reflexion über die Tatsache, dass der Mensch sich gut verhält, nur weil er beobachtet wird. Ich stimme es zu und es scheint, dass Saramago der gleichen Meinung war, oder zumindest  aus seinem Buch, kann man das ableiten. In der Tat, sobald die Figuren erblindet sind, fangen sie an, ihr wahres Ich zu zeigen und dadurch entstehen äußerst brutale Situationen. 

Saramago kann unheimlich gut schreiben! Die Gespräche sind in der Erzählung eingebettet, sodass man wirklich das Gefühl hat, selbst blind zu sein. Man weiß manchmal nicht genau wer gesprochen hat oder wer im Raum ist. Ich glaube aber, dass der Autor diesen Schreibstil für alle seine Bücher verwendet. (Ich werde bald Der Doppelgänger anfangen).

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