Mittwoch, 3. August 2016

Federkleid - Banana Yoshimoto

Yoshimotos Bücher erzählen immer die Geschichte einer Situation im Leben, wo sich etwas erändert, wo etwas im Umbruch ist und von einer Entwicklung. So auch in "Federkleid".





*WORUM ES GEHT*

Hotaru hat ihr Leben in der kleinen Stadt am Fluss aufgegeben, um in Tokio als Geliebte eines verheirateten Fotografen ganz für ihn und durch ihn zu leben.

Als er Hotaru seiner Frau zuliebe verlässt, verliert sie von heute auf morgen jeglichen Sinn im Leben, denn ihr komplettes Denken und Handel war auf ihren Liebhaber ausgerichtet.

Hotaru kehrt in ihr Heimatdorf am Fluss zurück und findet dort eine spärliche Unterkunft bei ihrer Großmutter, die ein skurriles kleines Café besitzt. Der Fluss scheint eine heilende Wirkung auf Hotaru auszuüben und ihre Lebensgeister werden allmählich wieder geweckt.

So landet Hotaru eines Tages in der kleinen Suppenküche von Mitsuru, mit dem sie ein märchenhaftes Schicksal verbindet. Auch ihre Großmutter und ihre Freundin Rumi wecken alte Erinnerungen in der jungen Frau und helfen ihr, wieder zu sich selbst zu finden.

Liebevoll wie immer zeichnet Banana Yoshimoto ihre Figuren, erzählt deren Geschichte wie eine Parabel oder ein Märchen mit der Kraft einer sehr poetischen, symbolreichen Sprache.

Ihre Herzlichkeit, Ungezwungenheit und Spontaneität - sie umhüllten mich wie ein warmes, weiches Federkleid. Befreit von einer drückenden Last, lernte meine Seele endlich wieder fliegen.

Es wärmt wie eine Schüssel Ramen, es reißt mit wie der allgegenwärtige Fluss und es lässt einen für zwei, drei Stunden in eine schöne, fremde und zarte Welt eintauchen.

Die ganze Geschichte bringt zur Rührung: vor allem Hotaru und ihr Gefühlsdilemma wurden authentisch und lebensnah beschrieben.

Eine Perle. Ich freue mich bereits auf weitere Bücher der Autorin.

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