Mittwoch, 10. August 2016

Der Fremde - Camus




Nachdem ich ein paar Rezensionen auf Anoobi gelesen hatte, wollte ich auch "Der Fremde" von Camus lesen. Das Buch war auch schon auf meiner Leseliste für August u_u Aber nach ein paar Kapiteln habe ich das Buch wieder zugemacht.

Ich habe von anderen Lesern erfahren, dass "Der Fremde" ein Anti-Roman ist. Das heißt, dass die Hauptfigur keine Weiterentwicklung erfährt und kommt in keinerlei Hinsicht weiter. Glücklicherweise ist "Der Fremde" der einzige Anti-Roman von Camus, also einfach nicht abschrecken lassen.

Als Mama noch zu Haus war, verbrachte sie ihre Zeit damit, mich schweigend zu beobachten. In den ersten Tagen im Heim weinte sie oft. Sie hatte sich noch nicht eingewöhnt. Ein paar Monate später hätte sie geweint, wenn man sie aus dem Heim wieder weggeholt hätte. Immer eine Sache der Gewohnheit.
Ich kenne in groben Zügen die Geschichte und gebe zu, dass der von Camus gewählte Stil für die Gleichgültigkeit der Hauptfigur gegenüber Menschen, Gefühle und Ereignisse sich eignet.

Leider nicht nur die Geschichte sondern auch der Protagonist hat mir nicht gefallen. Ich fand ihn egoistisch und teilnahmlos.

Aber worum geht es in dem Roman? 
Die Handlung ist relativ einfach. Die Mutter von Meursault (die Hauptfigur) stirbt und das Altersheim informiert ihn über den Termin für die Beerdigung. Er fährt dahin aber möchte nicht die Leiche der Mutter in dem Sarg sehen. Alle drücken ihm ihr Beileid aus aber er scheint von dem Tod ihrer Mutter nicht berührt zu werden. An einem schicksalsvollen Sonntag fährt er ans Meer um einen Freund zu besuchen und unsinnig begeht er ein Verbrechen und wird dafür festgenommen. Tadáááá´!
Es war sehr warm. Ich aß wie gewöhnlich im Restaurant, bei Celeste. Ich tat allen sehr leid, und Celeste sagte: «Man hat nur eine Mutter.» Als ich aufbrach, begleiteten mich alle bis an die Tür.
Er empfing mich in seinem Büro - ein kleiner alter Mann mit dem Bändchen der Ehrenlegion. Er sah mich mit seinen hellen Augen an. Dann drückte er mir die Hand und hielt sie so lange fest, daß ich gar nicht wußte, wie ich sie wieder frei bekommen sollte.
Der Raum war voll von schönem Spätnachmittagslicht. Zwei Hummeln schlugen summend gegen das Glasdach. Ich fühlte, wie ich schläfrig wurde.
Es war gemütlich. Der Kaffee hatte mich belebt, und durch die offene Tür strömte ein Duft von Nacht und Blumen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen